Im „Future Lab“ des Journalismus

VON MICHAEL KUNZE Wohin die Reise der Zunft geht, lässt sich gut in einer Nutzwert(Ex-„Ratgeber“)-Redaktion beobachten. Viele waren schon vorher da – während meines Gastspiels tauchten aber weitere, recht grundsätzliche Fragen auf. DRESDEN. Der Journalismus der Zukunft wird entweder für Leser, Hörer, Zuschauer von Nutzen sein – und zwar irgendwie auf Euro und Cent bezifferbar. Oder er wird nicht mehr sein. So hat das meine Chefin kürzlich nicht gesagt. Sie hat überhaupt nicht gesagt, welche Zukunft sie für den Journalismus sieht, in welcher Form, mit welchem Gestus. Danach hatte ich sie allerdings auch nicht gefragt. Deutlich, sehr deutlich gemacht hat sie mir aber zu Beginn meiner letzten Ausbildungsstation im Volontariat, wo sie keine Perspektiven erkennt – zumindest für ihr Metier, das Printmedien-Lesern einst als „Ratgeber“ in der Kopfzeile der jeweiligen Zeitungsseite angekündigt wurde. Gaaanz laaange her ist das. Da gab es Tipps für den Garten, Kochrezepte, Kolumnen von Weinliebhabern, Hundefreundinnen,

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Klartext, bitte!

Von Michael Kunze Journalisten sollen präzise und verständlich schreiben. Oft gelingt ihnen das nicht (mehr). Weil die Zeit fehlt, eigene Texte zu überarbeiten, oder die Fertigkeiten. Aber auch, weil sie mit der Sprache von Dritten umgehen müssen, die sie gern um Unklaren lassen. „Ständig“ stehen sie „unter dem Einfluss der Sprache anderer“, schreibt der Medienanalytiker Jürg Häusermann. Denn mit Texten, mit Worten Dritter umzugehen – von Politikern wie Unternehmern, Wissenschaftlern, Hausmännern und Tiefseetaucherinnen, Modeschöpfern oder Terroristen, von Jungen und Alten, Muttersprachlern und Zuwanderern –, das ist die Aufgabe von Journalisten. Wer da was sagt oder schreibt, vor welchem Hintergrund, in welcher Absicht – das zu ergründen, darauf kommt es an.

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Top10

VON DER REDAKTION Gebote, Ziffern, Finger, die Basis unseres Dezimalsystems oder, um Prof. Dr. Wiki Pedia zu zitieren: „Die natürliche Zahl zwischen Neun und Elf.“ – Zehn. Das ist nun auch die Anzahl derer, die sich Volontäre der „Freien Presse“ nennen dürfen. Und hier ist der Nachwuchs-Journalist, der aus den „Neun Gefährten“ die „Top 10“ gemacht hat: Michael Kunze   Mein Weg zur Freien Presse … war ein verschlungener. Zum Journalismus kam ich erst relativ spät. Ich hatte während meiner Promotion einen Korrespondenten der F.A.Z. kennengelernt, der mich zu einem Praktikum einlud. Auf den Geschmack gekommen, suchte ich nach weiteren Gelegenheiten – und fand sie beim Rheinischen Merkur, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und bei MDR Figaro. Das Radio-Einmaleins lernte ich beim Chemnitzer Uni-Sender, bis ich im Herbst 2011 für eine Vertretung bei der Freien Presse anheuerte. Und – mit einer Pause – blieb, zunächst als Freelancer, nun als Volontär. Wenn ich nicht bei der Freien Presse gelandet wäre, … 

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Stilblüten des Lokaljournalismus: Wenn Schlagzeilen missglücken

VON DER REDAKTION Fehler gibt es in Zeitungen und Online-Medien immer wieder. Manche sind peinlich, einige skuril. Toll allerdings, wenn sie lustig sind. Fehler sind menschlich. Sie passieren, einfach so. Auch im Journalismus. Nur: Was der Reporter falsch macht, steht am nächsten Tag in der Zeitung. Oft feilt man stundenlang im stillen Kämmerlein an Formulierungen, stellt Wörter um, bastelt Texte. Doch statt geflügelter Sätze findet der Leser am nächsten Tag missglückte Vergleiche, Rechtschreibfehler oder einfach nur Kurioses. Um die lieben, hart arbeitenden Kollegen nicht in die BredouilleIn zu bringen, haben […]

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Umfrage: Welche Medien nutzt du?

Von Julia Lappert und Tanja Goldbecher Jaja, heute liest keiner mehr Zeitung und Nachrichten sind eh nur aus aller Welt interessant. Wir sind durch die Chemnitzer Innenstadt gezogen und haben junge Menschen gefragt, ob und wie sie sich den News-Kick geben. Dass viele Leute eine App auf ihrem Handy nutzen, ist sicherlich wenig überraschend. Doch auch die gute alte Druckerschwärze klebt ab und zu an ihren Fingern. Trotzdem: Online gehört die Zukunft.

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Und wenn der Leser mal nervt?

Von Tanja Goldbecher Reinhard Oldeweme ist seit vier Jahren ein Anwalt der Leser  – oder wie er bei der Freien Presse genannt wird: der Leserobmann. Er muss sein Ohr hinhalten, wenn sich aufgebrachte Leser am Telefon über die Zeitung empören. Wir haben ihn gefragt, wie er damit umgeht und was er macht, wenn ihm die Leser mal so richtig auf die Ketten gehen.

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Von leeren Seiten zur fertigen Zeitung – So entsteht tagtäglich die „Freie Presse“

VON FRANZISKA PESTER Ihre Namen stehen so gut wie nie in der Zeitung. Trotzdem sind die Layouter – die sogenannten Seitengestalter – bei der Produktion der „Freien Presse“ unverzichtbar. Denn sie erstellen den Aufbau der einzelnen Zeitungsseiten, wählen Fotos aus, kontrollieren die Texte der Redakteure und Autoren auf Fehler und bringen sie – wenn notwendig – in die passende journalistische Form. Zwischendurch schreiben sie Nachrichten und kurze Meldungen. Richtige Allrounder also, diese Seitengestalter.

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Sonntags aufschreiben – Montag im Kasten!

VON TANJA GOLDBECHER, SEBASTIAN SIEBERTZ und EVA MARIE STEGMANN Frau Müller ist Rentnerin. Jeden Morgen stapft sie gegen 6.30 Uhr zum Briefkasten: Voilà! Da ist die Freie Presse hinein geflattert. Jetzt erst mal frühstücken und Zeitung lesen. Wie Frau Müller auch am Montagmorgen zu ihrer Lektüre kommt, zeigen drei Volontäre aus dem hügeligen Vogtland, vom umkämpften Spielfeld und aus der streng geheimen Zentrale.

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