30 Jahre Mauerfall: Ein Schild am Autobahnrand

Von Sophie Schober

Die Pressekonferenz, die die DDR-Grenzen öffnete, Menschen, die auf der Mauer stehen und überglücklich wirken und die Trabis, die die Berliner Grenzübergänge passieren – all diese Bilder kenne ich nur aus Erzählungen, Dokumentationen und dem Geschichtsunterricht. Auch wenn ich den Mauerfall vor 30 Jahren nicht miterlebt habe, betrifft er mich auch als Nachwende-Kind. Vieles in meinem Leben wäre ohne die Grenzöffnung und die Wiedervereinigung nicht möglich: Kein Studium in Bamberg, keine Freunde im „Westen“. Und ja, auch keine Urlaube in den verschiedensten Ecken der Republik.

Fast bedenkenlos bin ich während meines Studiums auf der A 72 einige Kilometer vor Hof am alten Wachturm und am Schild, das auf die ehemalige Teilung Deutschlands hinweist, vorbeigefahren. Nur selten habe ich darüber nachgedacht, dass vor 30 Jahren hier für viele DDR-Bürger ihre Freiheit zu Ende war. Ich bin dankbar dafür und ich weiß, dass die Freiheit ein wichtiges Gut ist, das es zu verteidigen gilt – gerade in gesellschaftlich und politisch unruhigen Zeiten.

Doch noch immer scheint eine wirkliche Einheit Deutschlands nicht geschaffen zu sein. Vielleicht ist das ja der Auftrag meiner und der kommenden Generationen, wenigstens die Grenze in den Köpfen zu beseitigen. Denn junge Leute um die 20 haben mit der alten BRD und der einstigen DDR nichts mehr am Hut. Dennoch ist die Auseinandersetzung mit der Zeit der deutschen Teilung wichtig und vielleicht sollten wir uns häufiger daran erinnern, dass der Mauerfall und die vorangegangene Friedliche Revolution ein historisch einmaliges Ereignis ist. Und darauf sollte man mit Stolz zurückblicken.

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