Frag den Volo: Wie kommt ihr mit den „Alten“ zurecht?

Kollegen fragen, Volontäre antworten. Heute: Wie kommen Volontäre mit den „alten“ Journalisten zurecht? Wie ist die Unterstützung? (Diese Frage hat Dietmar Bartel, Chef vom Dienst, gestellt.)

von Lukas Fischer

Eine gemeine Frage, schließlich können ja auch eben diese „alten“ Kollegen unseren Blog und damit auch die Antwort auf diese Frage lesen. Trotzdem möchte ich nun die ungeschönte Wahrheit aufschreiben: Kurz angebundene Kollegen, die ständig unnötige Kritik an meinen Texten äußern und noch dazu ständig den Kaffee gekocht bekommen wollen …

… die gibt es hier zum Glück nicht. Klar, kurz angebunden sind die Kollegen immer mal wieder. Kein Wunder – schließlich müssen hier alle jeden Tag eine ganze Zeitung füllen. Für einen Neuling wie mich kann das schon mal schwierig sein. Meinen ersten Arbeitsmonat verbrachte ich in einer kleinen Lokalredaktion. Mit viel Geduld arbeitete man mich dort ein und teilte mir immer wieder Aufgaben zu. Trotzdem gab es Tage, an denen die Kollegen sehr viel zu tun und entsprechend wenig Zeit für mich hatten. Da ich mich weder in der dortigen Region auskannte, noch ein bereits geschulter und erfahrener Journalist war (und nach wie vor bin), war ich einfach noch nicht weit genug, um mir in diesen Situationen eigene Themen zu überlegen und diesen nachzugehen. Irgendwie absurd, aber so sorgte der Stress der anderen bei mir für langweilige Arbeitsstunden. Solche Tage gab es aber nur selten.

Die meisten dieser „alten“ Journalisten nehmen sich immer wieder die Zeit, meine Arbeit mit mir zu besprechen. Dafür bin ich dankbar – auch wenn ich in einigen Fällen die geäußerte Kritik nicht so richtig nachvollziehen kann. Der eigene Schreibstil ist ja eben genau das: eigen. Jeder hat andere Ansprüche und Erwartungen und so sind sich manchmal selbst die erfahrenen Mitarbeiter nicht einig, ob mein Text jetzt super-gut oder total schlecht ist. Unangenehm ist es natürlich schon, wenn andere über die eigenen geschriebenen Worte so heftig diskutieren. Aber manchmal geht das eben nicht anders. Umso höher rechne ich es meinen Kollegen an, wenn sie sich für meine Arbeit einsetzen und diese gegenüber teils heftiger Kritik anderer verteidigen. Eins habe ich durch derartige Situationen auf jeden Fall gelernt: Der Blick auf einen fertigen Text ist immer subjektiv.

Bleibt noch das Klischee mit dem Kaffee kochen. Das musste ich bislang noch nicht. Im Gegenteil – immer wieder werde ich gefragt, ob man mir einen Kaffee kochen soll. An die Kollegen, die das hier lesen: Ich trinke eigentlich gern Kaffee, aber mein Körper hat leider ein grundlegendes Problem mit Koffein. Also nein, aber danke. Nette Kollegen, die mich gern unterstützen und sogar Kaffee für mich kochen würden. Die gibt es hier tatsächlich.

Alle bisherigen Teile unserer Serie „Frag den Volo“ sind hier zu finden.

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