Der Volo-Blog der Freien Presse

Jetzt erzählen die Nachwuchsredakteure

Volos in Zahlen

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VON TANJA GOLDBECHER

leute

Foto: Infogr:am

Die Spezies „Volo“ ist in der Bundesrepublik nicht selten. Tausende wollen beim Fernsehen und Radio landen. Dementsprechend knifflig sind auch die Aufnahmetests. Wer weiß denn schon, wie viele Fans MDR JUMP bei Facebook hat? (130.081 – wurde beim letzten Aufnahmetest vom MDR gefragt). Letztendlich tummeln sich die meisten Volos dann doch in Zeitungsredaktionen.

Jetzt bekommt ihr von uns ein paar Zahlen vor den Latz geknallt. Ihr erfahrt wo sich die jungen RedakteurInnen am häufigsten rumtreiben, wie viele Münzen in der Tasche klimpern und wie die Chancen stehen, dass sie danach vor die Tür gesetzt werden. Die Volontäre in Zahlen:

Zahlen 1

Das sind Zahlen des Deutschen Journalisten Verbands. Zeitungssterben hin oder her, dort sammeln sich noch immer die meisten Volontäre. Ganz interessant ist es jetzt, die Mediennutzung dem gegenüber zu stellen. Der Spiegel hat in einer Studie zur Zeitungsdebatte ausgewertet, wie oft und welche Medien genutzt werden. Dabei kam heraus, dass 40% fernsehen, 30% Radio hören,    18,6 % im Internet Medien nutzen, 6,8% Zeitung lesen und 4,6% Nachrichten auf ihrem Handy abrufen. Man sieht also, dass Fernsehen einen sehr hohen Stellenwert hat und viele Menschen erreicht. Zeitungsredaktionen gibt es einfach flächendeckend sehr viele. Darum kommt dort die hohe Anzahl von Volontären zusammen. Aber grundsätzlich stellt sich schon die Frage, warum so viele Volos immer noch mit Stift und Papier hantieren, anstatt ihre Stimme und ihr Auftreten zu trainieren…

gehalt 8

Das sind die Tariflöhne, die 2012 für Volontäre in deutschen Medienhäusern festgelegt wurden. In der Realität ist es natürlich so, dass sich viele Arbeitgeber nicht an diese Vorgaben halten. Wenn man sich mit KollegInnen unterhält, gibt es auch manche, die mit 800 Euro pro Monat auskommen müssen. Wenn ihr euch für ein Volo interessiert, dann klärt mit dem potenziellen Arbeitgeber vorher, ob ihr euch die Arbeit überhaupt leisten könnt.

90 Prozent der Volontäre haben studiert. Ein Studium ist an sich aber keine festgeschriebene Voraussetzung. Ein paar Eckpunkte könnten sein:

    • Freie Mitarbeit
    • Praktika
    • Veröffentlichte Arbeitsproben
Zahlen 3Volos in Zahlen | Create Infographics

57% der Volos sind Frauen, 43% Männer. Der Nachwuchs ist also mehrheitlich weiblich. Wenn man aber in die Chefbüros hinein kuckt, dann sieht man fast ausschließlich Männer. Die Initiative „ProQuote“ fordert deshalb eine Frauenquote von 30 Prozent in den deutschen Chefredaktionen. Unterstützt haben das 2012 383 Frauen und Männer aus der Branche. Der Medienwirbel war groß, aber mal ganz ehrlich, was hat sich denn seitdem verändert? Wo sind die krassen Personalwechsel geblieben?

Ein Drittel bekommt nach dem Volo eine Festanstellung. Also die wenigsten. Der Rest bewirbt sich entweder bei anderen Medienhäusern oder – das ist wahrscheinlicher – schlägt sich als freie/r Journalist/in durch. Arbeit gibt es sicher genug, aber die Bezahlung für gedruckte Texte lässt ganz schön zu wünschen übrig. Trotzdem ist das Volo eine sehr gute Basis – nur kein Garant für den Traumjob im Journalismus.

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