Der Volo-Blog der Freien Presse

Jetzt erzählen die Nachwuchsredakteure

Schmeckt irgendwie nach Urlaub

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VON FRANZISKA PESTER

Bestimmt läuft er gleich grün an. Das Gesicht, das unser Fotograf Georg Dostmann zieht, legt die Vermutung zumindest nahe. „Iss es lieber schnell. Das Ding wird dich gleich anspringen. Riecht schon komisch“, sagt er, der strikte Verweigerer von Fisch und anderem Meeresgetier. Tatsächlich geht von der Auster, die auf dem Teller vor mir liegt, ein leichter Geruch nach Meer, Fisch und Algen aus.

Auster

Die frischen Austern wurden mit einer Prise Pfeffer und Zitrone serviert. Foto: Franziska Pester

In einem Auer Einkaufscenter wurde gestern eine Ausstellung mit Fotos aus der bretonischen Stadt Guingamp eröffnet. Und weil die Bretagne und Austern einfach zusammengehören, wurde die Delikatesse bei der kleinen Vernissage zum Sonderpreis verkauft.

Dass ich mal eine probieren wollte, war klar. Doch wie isst man eine Auster? Vom berühmten Austern-Schlürfen hat vermutlich jeder schon einmal gehört. Aber ist das alles? „Wenn du Pech hast, musst du sie knacken. Aber das ist eher unwahrscheinlich, wenn die Dinger bei so einem Termin serviert werden“, erklärte mir ein Kollege, den ich um Rat gefragt hatte. „Dann stocherst du das Fleisch mit dem Austernmesser locker, träufelst Zitrone darüber und kippst dir alles in den Mund.“ Das Kauen sollte ich nicht vergessen, rief er mir noch im Gehen zu. Der schlimmste Anfängerfehler sei, das Muschelfleisch sofort im Ganzen zu verschlucken. Ein guter Crashkurs. Das Volontariat ist eben doch mehr als nur Schreiben-und-Layouten-Lernen.

Knacken muss ich nichts. Fein angerichtet, mit etwas Pfeffer bestreut und einem Viertel Zitrone serviert, liegt die Muschel also vor mir. Die Neugier siegt. Kalt. Salzig-saures Wasser und sehr, sehr weiches Muschelfleisch. Schmeckt nach Fisch und Meer – nach Urlaub irgendwie.

Auster-essen

Volontärin Franziska Pester scheute sich nicht, die Auster zu essen. Foto: Georg Dostmann

„Und?“, fragt Fotograf Georg. „Ganz lecker. Kann man essen“, antworte ich. Wenn es bei einem feinen Abendtermin irgendwann mal Austern gibt, bin ich jetzt jedenfalls gewappnet. Oder…Moment: Das Hantieren mit der Schneckenzange muss ich noch üben. Nicht, dass es mir geht wie Julia Roberts in dem Film „Pretty Woman“. Aber wer weiß, was mich im Volontariat noch erwartet.

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