Der Volo-Blog der Freien Presse

Jetzt erzählen die Nachwuchsredakteure

Winter im Erzgebirge: Vorbereitung ist alles

Hinterlasse einen Kommentar

VON FRANZISKA PESTER

Da ist er. Der Schnee. Zwar nicht in den Massen, vor denen ich mich gefürchtet habe, aber immerhin. In Carlsfeld, einem kleinen Ort in 850 Metern Höhe und nahe der tschechischen Grenze gelegen, habe ich den Erzgebirgswinter noch gefunden. Doch angesichts der wenigen Krümel kann ich meine dicken Thermo-Schneestiefel und die neue Daunenjacke zu Hause lassen. Auch die neuen Winterreifen hätte ich mir sparen können. Und zum Glück hab ich mich in letzter Minute noch überzeugen lassen, keine Schneeketten zu kaufen.

Carlsfeld

In Carlsfeld habe ich ein kleines bisschen Schnee gefunden.

Im Hochsommer vergangenen Jahres habe ich erfahren, dass ich von Januar bis März meine Volontariats-Station im Erzgebirge absolvieren werde. Ein harter Brocken für mich als Chemnitzerin – ­ oder Flachländerin, wie mich ein Kollege aus dem Erzgebirge kürzlich im Spaß nannte. „Ich hab mir damals eine dicke Jacke gekauft“, sagte eine Chemnitzer Kollegin mit ernstem Gesicht. Sie selbst hatte den schneereichen Winter 2010 im Erzgebirge verbracht. „Sind das etwa deine Winterstiefel für das Erzgebirge?“, fragte eine andere Kollegin aus Flöha völlig fassungslos, als sie mich in braunen Lederstiefeln mit Absatz sah. Als Volontär sollte man auf die erfahrenen Redakteure hören – die müssen es ja schließlich wissen. Also nichts wie her mit den dicken Stiefeln und Jacken.

Ausgerüstet und warm eingepackt kam ich im Januar im Erzgebirge an. Die „Freie Presse“ hat in dieser Gegend insgesamt sechs Lokalredaktionen. In jeder davon können wir Volontäre während unserer zwölf Wochen umfassenden Zeit hier eingesetzt werden. Es dauerte nur wenige Tage, bis die Kollegen mich stirnrunzelnd fragten, warum ich eigentlich so einen dicken Mantel anhabe, es wäre doch frühlingshaftes Wetter.

Stiefel

Bei frühlingshaften Temperaturen würde es in den dicken Schneestiefeln viel zu warm werden.

Aber wer hätte das denn ahnen können? Wer hätte vorhersehen können, dass es dieses Jahr keinen knietiefen Schnee, rutschiges Eis und klirrenden Frost bis in den März geben wird? Davon gehen wir Chemnitzer nämlich aus, wenn wir an den Winter im Gebirge denken. Denn warum sonst sagen die Erzgebirger immer: „Die Chemnitzer kennen keinen richtigen Winter“?

Die dicke Jacke bleibt jetzt auf jeden Fall im Schrank. Auch die Thermostiefel stehen unbenutzt rum. Aber der nächste Winter kommt bestimmt und vielleicht bin ich dann ja wieder im Erzgebirge ­ – ausgerüstet bin ich jedenfalls perfekt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s